Netzwerke eine neue Sichtweise auf die zu 90% vorhandene IT-Struktur

Gedankenaustausch eines Administrators nach 20 Jahren Betreuung von Firmennetzwerken

1. Die aktuelle Situation / IT-Struktur der meisten Firmen in Deutschland

Im ersten Teil dieses Artikels stellen wir Ihnen dar, welche Server und Betriebssysteme am häufigsten auftauchen. Die klassische IT-Struktur, welche leider seit Jahren immernoch die vorherrschende Stellung einnimmt. Sollte sich der Leser im ersten Teil nicht wieder finden und bereits andere Wege gehen, gratulieren wir Ihm zu einem erfolgreichen Umdenken.

Hinweis: Sollten Ihnen die Begrifflichkeiten fremd sein, ist das auch Absicht der IT-Welt. Stören Sie sich nicht weiter daran. Im weiteren Teil erfahren Sie genau und unkompliziert welche Aufgaben der jeweilge Server übernimmt.

1.1 Das Standard-Netzwerk Schema in Deutschland / Europa
IT-Struktur mit 100 Clients – (egal ob virtuell oder als echte Hardware realisiert)

Standard-Server nach der Reihenfolge Ihrer Aufgaben.

Gateway Ein Gateway mit Firewall welche die Netzwerke mit dem Internet verbindet. Meist mit Linux/Unix Technologie. Das Haupttor zur Infrastruktur der Stadt.

Klassischer Aufbau nach dem Gateway.

Windows Server Der DomainController (Windows). Hauptaufgabe: Steuerung der Windows Clients und dem "Active Directory (AD)" einer Windows Umgebung.
Windows Server Der BackupDomainController (Windows). Er soll im Falle eines Ausfall vom DomainController dessen Aufgabe übernehmen. (Meist als Sicherung in Kombination als Anmeldeserver in Zweigstellen)
Windows Server Der Exchange Server (Windows). Klassischer eMail-Server mit der Aufgabe die eMails auf allen Clients des Benutzers zu synchronisieren. (PC,Tablets,HomeOffice,Smartphone)
Windows Server Der WSUS Server (Windows). Verteilt die, vom Administrator freigegeben, Windows Updates auf den Clients.
Windows Server Der "Antiviren-Server" (Windows). Verteilt Antiviren Software auf die Clients und Server des Netzwerkes.
Windows Server Der FileServer / NAS (meist Windows). Ein Server mit viel Platz für alle Ihrer Ordner und Dateien. Die "Laufwerke" (z.B. G:\;K:\;M:\;O:\;S:\;X:\) werden über den DomainController (AD) eingebunden.
Windows Server Der Print-Server zur Steuerung aller Drucker eines Unternehmens.
Windows Server Ein Backup-Server zur Sicherungen Ihrer Daten und Server (meist Windows). Oder vielleicht auch noch ein Band- / Tapelaufwerk.

Indivduelle Server je nach dem was die Firma produziert / herstellt.

Windows Server z.B. Ein CAD-Server für Zeichungen der Konstruktion. (meist Windows, auch in Kombination mit dem ERP-System)
Windows Server z.B. Ein EDI(fact) Server für die Kommunikation mit anderen Herstellern Lieferanten. Wegen Fachkräftemangel wird dieser Dienst meist outgesourct. (fremdvergeben)
Windows Server z.B. Ein Webserver für die Anbindung eines Online-Shops (meist Linux oder in Kombination mit dem ERP-System)
Windows Server z.B. Ein Dokumenten-Server für die Digitalisierung aller Dateien und Steuerung des Zugriffs.
Windows Server z.B. Ein Datev-Server für die Finanzbuchhaltung.
Windows Server z.B. Ein Zeiterfassungs-Server für die Belegschaft und die Zutrittskontrolle.
Windows Server z.B. Ein Produktions-Server für die Fertigung. (meist in Kombination mit dem ERP-System)

! Bis hierher hatte man früher je Aufgabe einen eignen Hardware-Server. A Server ein Rack. Heutzutage existieren meist 3-4 Racks auf denen ein ESX-Server die Maschinen/Hardware virtualisiert (ersetzt) und die Server darauf Ihren Dienst erledigen. Weniger Kosten, leichter zu sichern (Backup) und besser zu steuern / warten.

ESX Server « Auf diesen drei "echten" Server laufen nun alle Server von oben als sogenannte "virtuelle Server" VMs (Virtuel Machines)
Die Aufteilung erfolgt je nach CPU-, Arbeitsspeicher-, Datenträger- oder Netzwerklast und Erfahrung die "Server" auf diese drei "Server / Racks" ein.
Eine Grundregel wäre z.B. Den DomainController vom Exchangeserver zu trennen oder den DomainController vom BackupDomainController (Ausfallsicherheit)

Das ERP-System einer Firma

ERP Server ERP-Server, das Herzstück jeder Firma. Da wir hier von bis zu 100 Clients sprechen gehen wir hier von den verschiedestens Herstellern aus.
Im optimalen Fall bildet das ERP-System alle Work-Flows einer Firma ab. Von der Herstellung / Bestellung der einzelnen Komponente bis hin zu dem Verkauf des Endproduktes.


Fazit: Brauchen Sie wirklich solche eine IT-Struktur? Wie jede andere Firma auch?


Die logische Antwort wäre hier wohl: Ja, den soviele Firmen können ja nicht unrecht haben und deren IT-Verwantwortliche haben ja immerhin auch mal irgendetwas studiert ;-) ( die meisten sind tatsächlich Wirtschaftsingenieure )

Lesen Sie hier, wie Ihr Netzwerk auch aussehen könnte.